Glossar Neu
Die Inschrift auf beiden Türziehern erschließt sich nur, wenn sie als Einheit betrachtet werden. Lateinische Fassung: JXPC REX REGNUM FACIAT HAS JANUAS GENTEM CAUSA PRECI(BU)S INGREDIENTEM CONSCENDERE CAELUM BERNHARDUS ME FECIT.
Zu Deutsch: Jesus Christus, König der Könige, lasse das gläubige Volk, das zum Gebet diese Pforten durchschreitet, in den Himmel eingehen. Bernhardus hat mich gemacht.
Die Inschrift lautet im Original: DIVo bonIfaCIo teMpLI hVIVs / patrono statVa praesens posIta est / eX pIo ferVore / rmae ac perillustris Dnae A. C. a nehem / ex sundermuhlen Canonessa In freckenhorst. Übersetzt werden kann sie wie folgt: „Dem heiligen Bonifatius, Schutzpatron dieser Kirche, ist diese Statue gestiftet worden aufgrund frommer Leidenschaft der hochwürdigsten und hochangesehenen Herrin A.C. von Nehem von Sundermühlen, Stiftsdame in Freckenhorst.“
Lange Zeit vermuteten die Forscher, dass der silberne, mit Samt ausgekleidete Anhänger älter als die Reliquienbüste sei. Neuere Erkenntnisse gehen jedoch davon aus, dass der Anhänger um 1700/1720 entstanden ist und damit erst nach der Reliquienbüste.
Zwei der Reliquien lassen sich auch heute noch anhand ihrer Beschriftungen identifizieren: Auf der linken Seite ist sie mit dem heiligen Nabor bezeichnet, auf der rechten mit dem heiligen Protus. Bei beiden handelt es sich um Märtyrer, die im 3. bzw. 4 Jahrhundert nach Christus lebten und während der Christenverfolgungen starben. Protus wird gemeinsam mit dem heiligen Hyacinthus verehrt, Nabor mit dem heiligen Felix von Afrika. Es ist also möglich, dass die obere sowie untere Reliquie zu diesen beiden Heiligen gehört.