Zwei Fahnenbilder

Die vor Ihnen liegenden Fahnen zeigen bedeutende Ereignisse aus der Geschichte des Stiftes in Freckenhorst. Die erste Fahne knüpft an die Gründungslegende an. Der Gründer des Stiftes, ein Edelherr namens Everword, besaß ausgedehnte Besitztümer im östlichen Münsterland. Als ihm eines Tages an dem Ort der späteren Stiftskirche der Heilige Petrus erschien, folgte er dessen Wunsch und ließ dort eine Kapelle bauen, die spätere Petrikapelle. Dies ist auf der Rückseite der Fahne dargestellt. Auf den umliegenden Ländereien ließ er zudem ein Kloster errichten, das er dem Schutze des Heiligen Bonifatius unterstellte.

Auf der Vorderseite hingegen wird auf die besondere Verbindung des Gründers Everword zum Stiftspatron Bonifatius verwiesen. Der Legende nach sind seine Großeltern persönlich von dem Heiligen getauft worden. Als besonderes Zeichen seiner Zuneigung, schenkte Bonifatius Everwords Großmutter seinen Stab. Jenen in der Legende beschriebenen Stab sehen Sie ebenfalls in der Stiftskammer ausgestellt.

Auf der gegenüberliegenden Fahne wird vorderseitig der Heilige Bonifatius gezeigt. Sie erkennen ihn an dem Schwert in seiner linken Hand, dessen Spitze ein Buch durchbohrt hat. Im Gegensatz zur anderen Fahne, trägt er hier seine bischöfliche Kleidung inklusive Mitra. Rückseitig endet die Erzählung mit dem Tod des Heiligen Bonifatius in Friesland.

Im Jahr 1852 feierte das Stift Freckenhorst sein 1000-jähriges Jubiläum. Anlässlich dieser Feierlichkeiten berichtete die Zeitung „Westphälischer Merkur“ im Vorhinein von der geplanten Weihe zweier Fahnen. Später wurde davon ausgegangen, dass es sich bei den vor Ihnen liegenden Kirchenfahnen um die erwähnten handelt. Weil jedoch das Aussehen der Fahnen im Zeitungsartikel nicht überliefert wurde, kann nicht sicher davon ausgegangen werden, dass die hier gezeigten Kirchenfahnen Überbleibsel der genannten Fahnen sind.

Die 1852 ebenfalls erwähnten Andenkenblätter mit Bildern aus dem Leben des Heiligen Bonifatius haben sich hingegen erhalten. Der Vergleich mit den Kirchenfahnen zeigt, dass die Künstler voneinander kopiert haben.

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