Die Stücke, die wir Ihnen nun vorstellen möchten, befinden sich links und rechts neben der großen Bonifatiusbüste. Es sind zwei silberne Objekte, die nahezu identisch aussehen. Ein geschwungener und reich dekorierter Unterbau steht auf drei kleinen Kugelfüßchen. Darüber erhebt sich eine schlanke silberne Röhre, die an heutige Stabkerzen erinnert. Den Abschluss bildet ein größerer, runder Teller mit einem langen spitzen Dorn in der Mitte.
Der lange spitze Dorn gibt uns den entscheidenden Hinweis auf die Funktion der beiden silbernen Stücke in der Vergangenheit: Sie trugen die dicken Stumpenkerzen, die auch heutzutage noch zu Festtagen in den Kirchen auf dem Altar stehen.
Auf dem Fuß beider Leuchter befindet sich außerdem eine kleine Figur. Sie zeigt eine aufrechtstehende Gestalt mit einem Bischofsstab in der einen und einem Buch durchbohrendem Schwert in der anderen Hand. Dieses Motiv haben Sie in der Stiftskammer schon einmal gesehen: Bei der großen Silberbüste des Heiligen Bonifatius. Der Bezug der Objekte aufeinander legt nahe, dass die drei silbernen Stücke zusammengehören.
Der Blick auf die Entstehungsdaten der Objekte bestätigt dies: Die silbernen Leuchter entstanden rund drei jahre nach der Silberbüste. Und betrachten Sie die kleinen Bonifatiusfiguren genauer, scheint es, dass sich der Silberschmied der Leuchter, Bartholomäus Kernitz, am Aussehen der Silberbüste orientiert hat. So wurden die drei Silberstücke optisch zu einer Einheit, wie die heutige Aufstellung in der Stiftskammer noch eindrucksvoll zeigt.