Die vor Ihnen stehende Retabelmonstranz ist ein ganz besonders schönes Stück aus dem Kirchenschatz der Freckenhorster Stiftskirche. Zarte Verzierungen in Form von Ranken und gedrehten Säulen bestimmen ihr Aussehen. Der Aufbau ist pyramidenartig mit einer breiten Basis und sich nach oben verjüngender Spitze.
Die Verbundenheit zur Stiftskirche zeigt sich insbesondere durch die kleinen Figuren des Heiligen Bonifatius und der Heiligen Thiatildis. Diese befinden sich auf gleicher Höhe wie die Lunula. In der Ebene darüber folgen kleine Darstellungen der Gottesmutter und des Evangelisten Johannes. In der Ebene darüber befindet sich zu beiden Seiten eine Mariendarstellung, die von Strahlen umgeben ist. Den Abschluss bildet eine Krone mit einem aufgesetzten Kreuz.
Unterhalb der Krone ist ein weiteres Kreuz angebracht, das mit Brillanten und Amethysten besetzt ist. Erst bei näherem Hinsehen lässt sich erkennen, dass sich unterhalb des großen Bergkristalls in der Mitte ein kleines Porträt befindet. Es zeigt vermutlich eine Frau mit braunem Haar, die ein bläuliches Kleid trägt. Womöglich handelt es sich hierbei um die Stifterin der Monstranz.
Von ihrem Namen erfahren wir in der Inschrift auf dem Sockel: Anna von Wrede, die Seniorin des Stiftes, hat sie im Jahr 1681 für 100 Goldflorin verbessert und vollständig erneuert. Ausgeführt hat sie der Kölner Goldschmiedemeister Dederich Otto.
Im Gottesdienst und im alltäglichen Gebrauch übernimmt die Monstranz die wichtige Funktion eines Schaugefäßes. In ihr wird das „Allerheiligste“ aufbewahrt: Der nach christlichem Glauben aus einer Hostie umgewandelte Körper Christi.