Zwei Versehkreuze

 Aus der Freckenhorster Stiftskirche haben sich zwei sogenannte Versehkreuze erhalten. Sie wurden zur unterschiedlichen Zeiten angefertigt und unterscheiden sich deutlich durch ihre Form voneinander.

Das vordere weist die typische Kreuzform auf, die diesem Altargerät auch seinen Namen gibt. Auf der Rückseite des Kreuzes sehen wir im Bild unten zwei Öffnungen, in die etwas eingelegt werden konnte. Ein weiterer Hohlraum befindet sich im großen ovalen Standfuß. Das Versehkreuz ist mehr als 400 Jahre alt, wirkt durch seine altertümlichen Formen und seine Gestaltung aber noch deutlich älter.

Das hintere Versehkreuz stammt aus der Zeit um 1800 und ist nicht in Kreuzesform geschmiedet. Die Ornamente verweisen auf die klassische Antike, ähnlich wie bei den beiden Kelchen, die sich oberhalb der beiden Versehkreuze befinden. Zugleich beziehen sich die Kornähren und die Weintrauben auf den gekreuzigten Christus in ihrer Mitte.

Versehkreuze kommen bei der Kranken- und Sterbebegleitung zum Einsatz. Auch heute noch gehören diese Tätigkeiten zu den wichtigsten Aufgaben eines Priesters. Denn die größte Sorge gläubiger Menschen ist zu allen Zeiten, dass sie am Ende ihres Lebens nicht in den Himmel auffahren können. Sie lassen daher lassen einen Priester rufen, der sie auf ihrem letzten Weg begleitet.

Der Priester gibt den Gläubigen eine Hostie und salbt sie mit einem besonderen Öl. Er nimmt ihnen dabei auch die Beichte ab und erlässt ihnen ihre Sünden. Die Hostie und das Öl werden in unterschiedlichen Fächern in ein Versehkreuz eingelegt. Dieses führt der Prieser dann auf seinem Versehgang zum Kranken oder Sterbenden mit sich.

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