Pollengarnitur

Bei den drei silbernen Objekten vor Ihnen ist nicht zu übersehen, dass sie zueinander gehören. Alle tragen das gleiche umlaufende Muster am Rand: Parallel verlaufende Striche mit dazwischen liegenden Vertiefungen, wie eine Art Rippchen bei Stoffen, das Zungenfries genannt wird. Die offensichtlichste Zusammengehörigkeit entdecken wir im eingravierten Wappen: Es gehört zu der Schenkerin Johanna Maria Catharina Freifrau von Winkelhausen, die die Stücke 1709 gestiftet hat.

Dieses Altargerät wird als Messpollengarnitur bezeichnet. Dazu gehören zwei Messkännchen, auch Messpollen genannt, und ein Tablett. In dem Messkännchen mit dem kleinen „V“ am Griff wird während des Gottesdienstes der Wein (von lat. Vinum) aufbewahrt. Das Messkännchen mit dem „A“ hingegen ist mit Wasser (von lat. Aqua) befüllt.

Das Tablett hat zwei Funktionen: Zum einen werden auf ihm die Messkännchen abgestellt, wie sich an den beiden runden Vertiefungen in der Mitte erkennen lässt. Zum anderen dient es als Auffangbecken des Wassers, wenn der Priester seine Hände als rituelle Handlung wäscht.

Die Formen der beiden Kännchen sind geradlinig ohne Schnörkel. Am auffälligsten ist der bereits genannte Zungenfries, der in unterschiedlichen Größen verwendet wurde. Das gleiche Ornament findet sich in der Stiftskammer auch an den beiden Kerzenständern, die von zwei Leuchterengeln getragen werden. Es ist ein typisches Ornament des Barock. Womöglich hatte der Kölner Goldschmied Johann Müting aber auch die Aufgabe, sich an den nur wenige Jahre zuvor entstandenen Engeln zu orientieren, um eine einheitliche Altarausstattung zu schaffen.

 

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