Das Auffälligste an den beiden Stücken, die Sie nun betrachten, ist das imposante Wappen auf dem Fuß der beiden silbernen Leuchter. Es nimmt nahezu die gesamte Fläche in Anspruch und lässt die es umspielenden Ranken deutlich hinter sich zurücktreten.
Wem gehört dieses Wappen, das so selbstbewusst auf den Silberstücken präsentiert wird? Die Antwort darauf verbirgt sich in dem Buchstabenkürzel „C B E M“ oberhalb des Wappens: Christoph Bernhard Episcopus Monasteriensis (Christoph Bernhard, Bischof von Münster). Christoph Bernhard von Galen ist einer der einflussreichsten und bekanntesten Bischöfe der Münsteraner Geschichte.
Aber auch in Freckenhorst ist sein Name auf ewig mit der Stiftskirche verbunden. Schließlich stiftete er den großen silbernen Schrein, der die sterblichen Überreste der ersten Äbtissin des Stiftes, Thiatildis, enthält und der bis heute in der Kirche bewundert werden kann. Zusammen mit den beiden hier gezeigten Altarleuchtern und einer sogenannten Votivampel schenkte er der Stiftskirche eine bedeutende Ausstattung.
Im Gegensatz zu vielen anderen Silberstücken in der Stiftskammer stammen diese Leuchter aber nicht aus einer Freckenhorster Silberschmiedewerkstatt. Stattdessen beauftragte Christoph Bernhard von Galen den bedeutenden Düsseldorfer Goldschmied Heinrich Ernst. Dieser war bekannt für die Verwendung eines speziellen Ornaments, das sich auch in der Gestaltung des Leuchterfußes wiederfindet: des sogenannten Knorpelwerks.