Zwei Leuchterengel

Richten Sie Ihren Blick nun auf die zwei silbernen Engel, die rechts und links neben der großen Silberbüste knien. Die jung, fast noch kindlich wirkenden Gesichtszüge werden von sanft gewellten Haaren umgeben. Beide Engel tragen lange Kleidung, die lediglich die Unterarme und das jeweilige aufgestellte Bein unbedeckt lassen. In ihren Händen tragen sie einen übergroßen Leuchter, der an der Spitze einen mächtigen Dorn zeigt.

Erst bei näherer Betrachtung zeigt sich die sorgfältige und detaillierte Bearbeitung des silbernen Metalls, die der Silberschmied Bartholomäus Kernitz meisterhaft beherrschte. Fein punzierte Ranken und exakt modellierte Falten überziehen die gesamte Kleidung der Engel und vermitteln so den Eindruck von echtem Stoff. Auch bei den Flügeln lässt sich jede einzelne Feder erkennen.

Früher wurden die Leuchterengel während des feierlichen Gottesdienstes mit Kerzen ausgestattet und auf dem Altar aufgestellt. Diese Art von Silberstücken gab es wahrscheinlich in vielen Kirchen. Erhalten geblieben sind sie aber im Münsterland nur noch in Freckenhorst, Telgte und Nottuln.

Die Leuchterengel sind Teil einer umfangreichen Schenkung der Äbtissin Hedwig Christina Gertrud von Korff zu Sutthausen, die insgesamt 15 Altargeräte umfasste. Laut den alten Akten sollten diese gestohlene und verloren gegangene Stücke des Kirchenschatzes ersetzen. Glücklicherweise ist allen Silberstücken der Schenkung dieses Schicksal erspart geblieben. Daher können sie auch noch heute in ihrer Gesamtheit in der Stiftskammer gezeigt werden.

DSC7847
DSC7829
Leuchterengel1zu1