Weihrauchschiffchen

Das nur etwa 17 cm hohe, silberne Objekt, auf das Sie jetzt blicken, ist ein sogenanntes Weihrauchschiffchen. Es hat einen runden, am Rand umlaufend verzierten Fuß, auf dem auf einem zierlichen Schaft eine große Schale aufliegt. Diese Schale erinnert in ihrer Form an einen Schiffsrumpf, der dem Altargerät seinen Namen gibt. In einem Weihrauchschiffchen werden die für den Gottesdienst benötigten Weihrauchkörner aufbewahrt. Über eine große Klappöffnung können diese mithilfe eines Löffelchens entnommen werden.

Die üppigen silbernen Ornamente und Verzierungen, die Sie an vielen Objekten in der Stiftskammer sehen, können Sie hier nicht entdecken. Im Gegenteil: Die schiffsähnliche Schale wird lediglich durch klare Linien gegliedert, die in ihrer Anordnung einer Muschel ähneln. Die zurückhaltende Gestaltung des Schiffchens ist umso interessanter, wenn Sie es mit dem ungefähr zur gleichen Zeit entstandenen Weihrauchfass vergleichen, das Sie links von sich an der Wand entdecken. Das Weihrauchfass zeichnet sich im Gegensatz zum Schiffchen durch ein üppiges Blatt- und Rankendekor aus, das sich über das gesamte Gefäß zieht.

Das Weihrauchschiffchen wurde vom Warendorfer Goldschmied Bartholomäus Kernitz gearbeitet. Ebenso wie das Weihrauchfass entstammt es der großzügigen Silberstiftung der adligen Stiftsdame Hedwig Christina Gertrud von Korff zu Sutthausen.

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