Das vor Ihnen hängende silberne Objekt ist besonders kunstvoll gearbeitet. Das gesamte Unterteil ist mit üppigem Rankendekor verziert. Aus diesen treten drei kleine Engelsköpfe aus der Fläche hervor. An ihnen sind Ketten befestigt, die den bauchigen unteren Teil mit dem darüber sitzenden Oberteil verbinden. Im Gegensatz zum Unterteil ist der obere Teil durchgebrochen gearbeitet: Die Lücken zwischen den einzelnen Blättern und Blüten bleiben also frei und werden nicht mit Silber ausgefüllt.
Die hier beschriebenen Ornamente, wie die Ranken, Blüten und Engelsköpfe, sind typische barocke Elemente. Sie finden sich auch an anderen Objekten in der Stiftskammer wieder: Nämlich an den Gegenständen, die zu der großen Silberstiftung der Äbtissin Hedwig von Korff gehören. Daher wird vermutet, dass derselbe Silberschmied, Bartholomäus Kernitz, auch dieses Stück geschaffen hat.
Der zweiteilige Aufbau dieses Altargerätes ist typisch für ein sogenanntes Weihrauchfass. Durch die Ketten kann das Oberteil nach oben gezogen werden. In den unteren bauchigen Teil werden dann glühende Kohlen eingelegt. Darauf lässt der Priester Weihrauchkörner fallen. Anschließend wird das obere Teil wieder herabgelassen. Damit erklärt sich auch, warum das Oberteil durchbrochen gearbeitet ist: Der Weihrauch kann sich so im Kirchenraum verteilen.